Worte bewerten

Be-wert-en

Ein unscheinbares Wort mit einer mega Wirkung.

Ein Wort in einer Unterhaltung. Ein Satz bei dem du denkst … „ach so ist das also…“. Ein Blick deines Gegenübers, der dir mehr verrät als tausend Wort.

Ich nehme an, Du weißt wovon ich spreche (oder eher schreibe 🙂 ).

Wir bewerten alles und jeden.

Sich in die Stadt zu setzen, die Sonne scheint, die Leute promenieren an dir vorbei, was gibt es da schöneres als die Einzelnen zu bewerten? Als Vorbeischlendernde finden wir es eher doof von anderen begutachtet und bewertet zu werden.

Schlimm ist es natürlich, wenn Du während eines Gespräches, die Worte bzw. Sätze deines Gesprächspartners in deinem Kopf zu deinen ganz eigenen Interpretationen heranwachsen lässt und umgekehrt natürlich auch. Dein Gegenüber hat ja auch so ein Ding zwischen den Ohren und meist macht auch das mit den ankommenden Informationen was es will.

Ja, ich oute mich hier, auch ich bewerte ständig irgendwelche Aussagen. Und ganz ehrlich…. es nervt mich total. Nicht nur dass es ja zu unnötigem Streit oder Missverständnissen führt, es ist eigentlich total unnötig. Aber warum ist das so oder warum bewerten wir und hören nicht einfach nur zu?

So als wissbegieriger Mensch (Frau halt 🙂 ) möchte ich natürlich wissen warum das so ist und was kann ich anders machen?

Wenn du hier noch liest, bist du wohl auch eine Frau, oder ein wissbegieriger Mann….

Warum also bewerten wir?

Wo es doch eigentlich keiner selbst mag.

Dinge oder Situationen zu bewerten stammt noch aus der Zeit, als Männer die Frauen noch an den Haaren in die Höhle zogen. Gut kannst Du nun denken.. „ich kann also gar nix dafür…ist also normal..ich bin dann mal weg…“. Bleib noch, es lohnt sich.

Zu dieser frühen Zeit also, diente das Bewerten als Überlebensinstinkt. Zum Glück hat es scheinbar oft gestimmt, sonst wären wir heute nicht mehr hier.

Früher mussten die Menschen blitzschnell eine Situation einschätzen, also bewerten, um zu Überleben, um vor dem Feind zu fliehen oder dem Löwen zu entkommen. Vor Löwen fliehen wir heute eher selten in unseren Breitengraden aber dieser Instinkt, der so viele Jahre wichtig war sitzt immer noch in unserem Gehirn fest. Wie wir wissen hält unser Gehirn sehr sehr gerne an alten Gewohnheiten fest.

Zum Glück sind wir heute etwas weiter entwickelt, stellen die Dinge auch mal in Frage und suchen nach Lösungen um so verstaubte, unnötige Instinkte neu zu formatieren. Sie sind ja nicht gänzlich falsch, brauchen nur ein Update.

Oh auch ich habe damit echt ein „Problem“. Sobald mir etwas erzählt wird fängt das Karussell im Kopf an zu drehen. „Wie kann der oder die nur so von mir denken“, „warum sagt er oder sie so etwas“ und es ist wie mit allem, man steigert sich in seine Gedanken und hängt fest in der negativen Spirale. Ein Streit ist somit vorprogrammiert. Ich kenne das nur zu gut.

Was kann ich anders machen?

Einfach nicht hineininterpretieren… easy oder? 🙂

Oft merkt man es erst wenn man schon in der Spirale hängt. Aber auch beim Ändern dieser schlechten Angewohnheit ist es wie mit zB negativen Glaubenssätzen auch. Da hilft nur üben, üben, üben.

Nur was?

Am Beispiel eines Paares könnte das z.B so aussehen.

Er sagt: „Die Fenster sind ganz schön schmutzig“.

Sie hört: „Du könntest ja ruhig mal wieder die Fenster putzen.“

Lasset die Spiele beginnen:

Ihre Antwort wird dann (bewertet) so ausfallen: „Willst du mir sagen, dass ich nur faul rum sitze? Ich gehe arbeiten, koche, kümmere mich um die Wäsche und du meinst ich habe nix zu tun? Wenn es dich stört kannst du sie ja putzen. Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“

Ihr habt die Aussage des Mannes noch im Kopf? „Die Fenster sind ganz schön schmutzig“

Hat er gesagt sie sei faul?

Hat er gesagt sie soll die Fenster putzen?

Nein, nichts von alledem hat er gesagt.

Die unbewertete Antwort von ihr hätte so sein können:

„Ja da hast du recht“

oder

„Stimmt, ist mir noch gar nicht aufgefallen.

oder

„Ja, ich hatte noch keine Zeit. Kannst du mir helfen?“

Total easy, stimmts?

Und trotzdem so enorm schwierig .

Wenn dein Gesprächspartner also nächstens eine Aussage macht, frage dich

„Ist es wirklich wahr?“

Und wenn es stimmt, dann kannst du ohne angegriffen zu sein eine Antwort geben. Oder du fragst auch nach, ob du dies oder das richtig verstanden hast und gibst dann eine Antwort. Vielleicht ist es aber auch gar nicht nötig zu antworten, weil es einfach nur eine Bemerkung am Rande war.

Oh welch Träumchen, wenn es bei Beiden so funktioniert. Auch ich habe beschlossen darin besser zu werden und hoffe natürlich damit nicht alleine zu sein.

Kennst Du das auch? Boah, dann schreib mir unten einen Kommentar.

be happy

Deine Heike

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Glueckswomen
Written by Glueckswomen

    10 Kommentare

  1. Tabea Oktober 10, 2018 at 6:31 pm Antworten

    Liebe Heike,

    ich glaube, das kennen wir wirklich alle. Manchmal sollten wir einfach mal durchatmen und nachdenken, was wirklich gesagt wurde. Und auch wirklich zuhören. Doch das Problem wir in unserer schnelllebigen Welt wohl immer größer.
    Ich werde bei mir in Zukunft auf jeden Fall mal mehr darauf achten, nicht sofort zu bewerten.

    Ein sehr schöner Post!

    Liebe Grüße,

    Tabea
    von tabsstyle.com

    • Glueckswomen Oktober 11, 2018 at 9:11 am Antworten

      Das stimmt liebe Tabea.
      Schön, dass dir der Post gefällt.

      Viele Grüße
      Heike

  2. Tina Oktober 10, 2018 at 8:28 am Antworten

    Toller Beitrag! Das hineininterpretieren ist immer wieder mal Thema. Gerade bei diesem Beispiel hätte ich aber gar nichts rein interpretiert, denn ich hätte in dem Fall einfach gekontert „willst du sie putzen?“. Es ist aber wirklich ein Lernprozess, dieses hineininterpretieren zu stoppen.

    • Glueckswomen Oktober 10, 2018 at 10:13 am Antworten

      Vielen Dank liebe Tina. Schön wenn er dir gefallen hat. Ich beneide die, die da schon drüberstehen.

      Liebe Grüße
      Heike

  3. Doris Oktober 9, 2018 at 8:15 pm Antworten

    Ja, wer kennt das nicht … Ich ärgere mich da sehr über mich selber. Gut, es wieder einmal zu lesen, denn im Alltag vergisst man seine guten Vorsätze, wie eben jenen, dies nicht zu machen, rasch. Zum Bewerten anderer Menschen: Ich habe mal eine Zeit lang versucht [keine Ahnung, warum ich es irgendwann wieder vergessen habe – werde es aber durch diesen Bericht gleich morgen wieder aktivieren], mindestens einmal in der Woche einen Tag lang mit dem Vorsatz durch das Leben zu gehen, bei jedem Menschen, der mir begegnet, etwas Positives zu finden.

    Es liegt schon sehr viel an seiner eigenen Einstellung, wie man andere Menschen wahr nimmt.
    Fein, dass du mit diesem Eintrag dazu beiträgst, dass man sich wieder selber ein bisschen an der Nase nimmt und in die richtige Richtung schubst!

    Liebe Grüße,

    Doris von https://diegutelaune.com

    • Glueckswomen Oktober 10, 2018 at 10:16 am Antworten

      Vielen, lieben Dank Doris. Da ich mich ja selbst auch dabei ertappe versuche ich natürlich da etwas achtsamer inzwischen zu sein. Gut, zumindest fällt es mir nach dem Aussprechen gleich auf:-)
      Übung macht die Meisterin. Dein Positiv-Tag finde ich auch eine klasse Idee.

      Viele Grüße
      Heike

  4. Petra :) Oktober 9, 2018 at 11:52 am Antworten

    Total wahr! So einfach wäre die Lösung und eben doch so schwierig. Ein super aufklärender Beitrag, der zum Nachdenken anregt.

    • Glueckswomen Oktober 9, 2018 at 5:29 pm Antworten

      Liebe Petra,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ja, meistens machen wir es uns selbst schwer.

      Liebe Grüße
      Heike

  5. Birgit Oktober 9, 2018 at 10:38 am Antworten

    Mal ehrlich, wer kennt das nicht? Ich glaube aber, das Frauen sehr zum Sätze-bewerten neigen. Männer hätte die Aussage über schmutzige Fenster wohl sehr wenig bis gar nicht interessiert. Ich glaube wirklich: Das ist ein Frauenproblem! Oder, liebe Männer? Viele Grüße Birgit

    • Glueckswomen Oktober 9, 2018 at 5:30 pm Antworten

      Liebe Birgit,

      ich denke auch dass wir Frauen da öfter drauf anspringen.
      Kenne das leider selbst von mir.

      Liebe Grüße
      Heike

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